Das Serviceheft für dein Zuhause

Sanitärinstallation: Jährliche Inspektion

Lesedauer: ca. 6 Minuten | Schwierigkeit: mittel

Zum Duschen, Putzen oder zum Trinken: die Sanitäranlagen bringen dir fließendes Wasser in dein Zuhause. Wie abhängig wir davon sind, merken wir oft erst wenn ein Problem auftritt. Damit rund um deine Wasserversorgung alles einwandfrei und zuverlässig funktioniert, empfiehlt es sich die folgenden Wartungstipps zu beachten.

1. Das Wichtigste zuerst

Stelle an den Armaturen oder Leitungen immer zuerst die Wasserzufuhr ab bevor du mit der Inspektion beginnst. In der Küche sind die Hähne zum Abstellen meistens unterhalb des entsprechenden Waschbeckens. Im Bad existiert oftmals ein zentrales Ventil für den gesamten Raum. Im Keller befindet sich in der Regel ein Ventil für die komplette Immobilie.

Tipp: Ventile sind dazu da den Wasserdruck zu regulieren. Du solltest sie mindestens einmal im Jahr zu- und wieder aufdrehen, damit sie nicht festklemmen. Erstelle dir dazu doch gleich eine jährliche Erinnerung.

2. Mischbatterie und Dichtungen entkalken

Bevor du einen tropfenden Wasserhahn selbst reparierst solltest du zunächst die Ursache für das Tropfen ausfindig machen. In der Regel sind entweder die Gummidichtungen an den Hebeln defekt oder die Mischbatterie ist verkalkt. Die Mischbatterie ist eine kleine Kartusche, die kaltes und warmes Wasser zusammenführt, um die gewünschte Wassertemperatur zu erzeugen. Die Dichtungen innerhalb dieser Kartusche bestehen aus Keramik.

Um die Mischbatterie und die Dichtungen entkalken zu können, müssen diese ausgebaut werden. Dafür musst du zuerst die Befestigungsschraube, die den Wasserhahn fixiert, lösen. Diese Schraube befindet sich in der Regel hinter einer Abdeckkappe. Wo genau sich diese Kappe befindet ist typabhängig. Häufig findest du sie hinten am Hahn oder direkt an den Griffen.

Tipp: Schließe beim Auseinanderbauen den Abflussstopfen. Dadurch vermeidest du, dass Schrauben oder sonstige Teile verloren gehen. Zusätzlich solltest du ein Tuch an einer günstigen Stelle ausbreiten und alle abgenommenen Bauteile in einer festen Reihenfolge auf das Tuch legen. Damit vermeidest du, dass du später nicht mehr weißt wie die einzelnen Teile zusammenpassen. Wenn du mit einer Zange arbeitest, solltest um diese ein Tuch wickeln damit deine Armatur nicht verkratzen.

Sobald du die Dichtungen und die Mischbatterie ausgebaut hast, kannst du sie durch ein Essig-Bad von Kalkablagerungen befreien. Eventuell musst du etwas mit einer Bürste nachhelfen. Ersetze stark beschädigte Dichtungen aber lieber gleich.

Tipp: Drehe deine Armaturen nie mit voller Kraft zu. Das belastet die Dichtungen und führt schneller zu deren Abnutzung.

3. Perlator entkalken

Der Perlator ist auch als Strahlregler bekannt. Er ist ganz am Ende des Wasserhahns angeschraubt und dient der Einsparung und dem gleichmäßigen Fluß des Wassers.

Wenn du feststellst, dass der Wasserstrahl unregelmäßig oder schwach aus deinem Wasserhahn kommt, ist das vielleicht auf einen verkalkten Perlator zurückzuführen. Den Perlator kannst du meist ganz leicht abschrauben. Lege ihn über Nacht in Essig, um wieder einen normalen, gleichmäßigen Wasserstrahl zu erhalten.

4. Abflüsse

Die Abflussrohre in deinem Bad können durch Schmutz, Haare und Körperhygieneartikel verstopfen. Wenn das Wasser in der Dusche oder im Waschbecken nicht mehr richtig abfließt, ist es an der Zeit die Abflüsse zu reinigen.

Rohrreiniger sind in den meisten Fällen sehr aggressiv und nicht die umweltverträglichste Lösung. Den gleichen Effekt erzielst du mit drei Esslöffeln Backpulver und einer halben Tasse Essig. Nach dem Einsatz dieser Hausmittel, solltest du den Abfluss verschließen und nach ein paar Minuten mit kochendem Wasser nachspülen. Bekommst du damit den Abfluss nicht frei, muss unter Umständen eine Fachfirma die hartnäckigen Verstopfungen mit Hilfe von Spezialwerkzeug entfernen.

Eine Rohrreinigung dient übrigens nicht nur dem ungestörten Abfluss von Wasser, sondern beseitigt auch eine Brutstätte für Keime und Bakterien.

Im Anschluss an die Abflussreinigung solltest du prüfen, ob die Rohre unter den Waschbecken dicht sind. Wenn du feuchte Stellen entdeckst, solltest du umgehend die Dichtungen überprüfen. Ein Hinweis auf Lecks können auch Kalkablagerungen am Rohr sein.

5. Geruchsverschlüsse

Geruchsverschlüsse – auch Siphon genannt – sind Leitungsabschnitte, mit denen verhindert werden soll, dass Gase und damit Gerüche aus der Kanalisation über das Abflussrohr austreten. Einfach gesagt: ein Knick im Abflussrohr sammelt Wasser das als „Luftfilter“ dient.

Benutzt du einen Abfluss längere Zeit nicht, verdunstet das Wasser aus der Leitung und die Gerüche können austreten. Die Lösung des Problems ist ganz einfach: Lass einige Sekunden das Wasser laufen bis sich der Siphon füllt.

6. Oberflächen

Die Fliesen in deinem Bad verhindern, dass Wasser in die Wand eindringt. Deshalb solltest du die Oberflächen allgemein auf Abnutzungen oder auf generelle Alterserscheinungen überprüfen. Sind Fliesen gesprungen? Haben die Fugen Risse? Je nach Umfang der Schäden kannst du überlegen, ob eine punktuelle Ausbesserung ausreicht oder eine komplette Sanierung ansteht.

7. Silikonfugen

Wie so oft in deinem Zuhause gilt: gelangt Wasser an Stellen an die es nicht soll, richtet es dort fast immer Schaden an! Fugen zwischen Waschbecken bzw. Badewanne und Wand schützen die Wand davor, dass Wasser eintritt. Durch Ermüdungserscheinungen des Silikons können sich in Fugen Risse bilden. Du solltest deshalb regelmäßig überprüfen, ob alle Fugen noch dicht sind. Entdeckst du Risse kannst du sie mit Fugensilikon selbst nachbessern.

8. Wasserfilter und Enthärtungsanlagen

Trinkwasserfilter und Enthärtungsanlagen erfüllen zwei unterschiedliche Zwecke: Die Wasserfilter sollen kleine, feste Bestandteile aus dem Wasser reinigen. Enthärtungsanlagen sollen Kalzium und Magnesium aus dem Wasser binden und dieses weicher machen.

Für beide gilt allerdings: werden sie nicht in regelmäßigen Abstanden gewartet verlieren Sie ihre Funktion. Wie häufig du die Anlagen inspizieren solltest ist abhängig vom Gerätetyp und dem Wasser, das vom Wasserwerk geliefert wird.

Beim Wartungszyklus solltest du dich an die Herstellerangaben halten. Wenn du die Wartung lieber von einer Fachfirma erledigen lassen möchtest, kannst du bei manchen Herstellern auch Wartungsverträge abschließen.

Als Richtwert gilt, dass alle drei Monate der Wasserfilter überprüft und spätestens alle sechs Monate gewechselt werden sollte. Damit vermeidest du nicht nur einen Druckverlust in den Leitungen, sondern auch Filterverschmutzungen.

Bei den Wasserenthärtungsanlagen musst du in der Regel sogenanntes Regeneriersalz nachfüllen. Das ist wichtig, damit das im Wasser enthaltene Kalzium und Magnesium gebunden werden kann. Wie oft und wieviel Salz du nachfüllen musst ist sehr unterschiedlich und ist abhängig von den Angaben des Herstellers.

Mehr zu Instandhaltung und Wartung erfährst du in HomeFox.

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