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Dachrinnen und Dachabläufe reinigen

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Schwierigkeit: leicht

Verstopfte Regenrinnen können zu Wasserschäden führen. Bevor der erste Schnee fällt, ist es deshalb an der Zeit deine Dachrinne zu reinigen. Wie du dabei vorgehst erfährst du in diesem Artikel.

1. Arbeitsvorbereitung

Für eine Dachrinnenreinigung benötigst du einen Eimer, ein Paar Arbeitshandschuhe, ein Kehrblech, einen Kunststoffspachtel, eine Bürste, einen Gartenschlauch und eine Leiter. Eine verlängerbare Anstellleiter eignet sich sehr gut für diesen Zweck. Wenn du sie schräg an die Dachkante stellst, sollte sie etwa einen Meter darüber hinaus ragen. So kannst du dich mit dem Oberkörper anlehnen und festhalten während du arbeitest. Der Aufstellwinkel zwischen Wand und Leiter sollte zwischen 65°-75° betragen. Steht deine Leiter zu steil, kannst du schon beim Aufstieg rückwärts mit ihr umfallen. Liegt sie zu flach an, kann sie am Boden oder am Dach abrutschen und deine Dachrinne einbeulen oder abreißen.

Bevor du loslegst, gehe einmal um dein Haus und prüfe ob alle Regenrinnen mit der Leiter gut erreichbar sind. Prüfe auch den Aufstellort der Leiter. Du benötigst einen festen Untergrund , damit die Füße der Leiter nicht einsinken. Musst du die Leiter auf unebenem oder weichem Boden aufstellen, kannst du eine große Holzplatte als Unterlage benutzen. So verteilst du die Last auf eine größere Fläche und die Leiter sinkt nicht ein. Kommst du an bestimmten Punkten mit der Leiter nicht an die Dachrinne, kannst du für diese Stellen ein Teleskopwerkzeug einsetzen. Schiebe mit diesem Gerät den Schmutz bis zu einer Stelle, die für dich wieder mit der Leiter zugänglich ist.

Tipp: Bei kleinen und einstöckigen Häusern ist eine Dachrinnenreinigung kein Problem. Hat dein Haus mehrere Stockwerke oder die Dachrinnen sind schlecht zugänglich, ist es für dich ungefährlicher eine Fachfirma zu Hilfe zu holen. Wenn du nicht schwindelfrei bist oder deine Dachrinne schlecht mit einer Leiter zu erreichen ist, solltest du unbedingt mit einem Teleskopwerkzeug arbeiten. Diese Methode hat aber den Nachteil, dass du deine Dachrinne beim Reinigen nicht auf Beschädigungen untersuchen kannst.

2. Reinigung der Dachrinne

Wenn du dir alle Werkzeuge zurechtgelegt hast und deine Leiter sicher aufgestellt ist, kannst du mit der Reinigung der Dachrinne beginnen. Starte deine Reinigung am Ende der Dachrinne und arbeite dich abschnittsweise in Richtung Fallrohr vor. Für den ersten Arbeitsschritt verwendest du einen Eimer, die Handschuhe und den Kunststoffspachtel. Befreie zuerst die Rinne von grobem Schmutz wie Laub und kleinen Ästen. So gehst du sicher, dass bei der späteren Reinigung kein grober Schmutz in das Fallrohr gelangt. Beschränke dich zu deiner Sicherheit auf die Reichweite deiner Arme. Widerstehe der Versuchung dich allzu weit nach links und rechts zu lehnen. Verlagerst du deinen Schwerpunkt zu weit, kann die Leiter kippen. Versetze lieber die Leiter einmal öfter, um Unfälle zu vermeiden.

Kümmere dich dann um die Schmutzschicht am Rinnenboden. Mit Hilfe des Spachtels kannst du den Schmutz zusammenschieben und ebenfalls in den Eimer packen.

Achte darauf nicht zu sehr an der Rinne zu ziehen. Zu viel Druck und Bewegung kann die Regenrinne beschädigen. Besonders Rinnen aus Zink oder Kupfer sind sehr empfindlich. Die gelöteten Verbindungen können schnell und unbemerkt undicht werden.

Am Übergang von der Dachrinne ins Fallrohr befindet sich der Rinnenablaufstutzen und/oder Laubfangkorb. Hierbei handelt es sich meist um einen viereckigen Filterkasten, der groben Unrat davon abhält das Fallrohr zu verstopfen. Befreie den Filter von Laub und Schmutz und setze ihn wieder ein.

Befindet sich kein Filter vor dem Fallrohr, solltest du dir vor dem nächsten Arbeitsschritt eine Art Filter bauen, den du während des nächsten Schrittes über das Loch des Fallrohrs legen kannst.

Tipp: Hast du keinen passenden Filter? Eine Plastikflasche tut es zur Not auch. Nimm ein scharfes Messer und schneide den oberen Teil mit dem Flaschenhals ab und bohre mehrere ca. 1 cm große Löcher in die Flasche Stelle die Flasche mit der offenen Seite nach oben über die Öffnung des Fallrohrs. So verhinderst du, dass beim Spülen zu viel Schmutz in das Fallrohr gelangt.

Im nächsten Arbeitsschritt spülst du die Rinne mit klarem Wasser kräftig. So entfernst du den restlichen Schlamm und Schmutz aus der Rinne. Bevor du den Gartenschlauch endgültig für den Winter wegräumst, kommt er so noch einmal zum Einsatz. Das Durchspülen bewirkt, dass sich der Schmutz im Sieb sammelt. Ohne Sieb würde der Schmutz zwar im Fallrohr verschwinden, könnte sich aber in der Grundleitung absetzen. Ist diese verstopft kann es zu einem Wasserschaden im Keller oder an einer anderen Stelle kommen.

Kontrolliere als nächstes die Dachrinne auf undichte Stellen. Markiere die tropfenden Stellen, um sie nach der Reinigung zu reparieren.

3. Fallrohr prüfen

Prüfe zum Schluss noch, ob das Fallrohr frei ist. Das für die Reinigung verwendete Wasser aus der Dachrinne sollte einfach ablaufen. Das Fallrohr ist so dimensioniert, dass es nie komplett mit Wasser gefüllt ist. Bleibt das Wasser im Fallrohr stehen, weil sich beispielsweise Laub, Äste oder Vogelnester verfangen haben, kann es bei einsetzenden Frost das Fallrohrsprengen. Ist das Fallrohr verstopft, solltest du es daher reinigen. Praktisch ist es, wenn beim Einbau bereits eine Revisionsöffnung am unteren Ende angebracht ist. Hier kannst du Blätter und kleine Äste einfach herausnehmen. Hast du keine Revisionsöffnung, musst du den unteren Teil des Fallrohres abbauen um an die Verstopfung zu gelangen.

Jetzt bist du fertig und kannst sicher sein, dass deine Dachrinne wieder zuverlässig arbeitet. Zum Ende des Ratgebers gibt es noch einen kleinen Tipp, wie du dir im nächsten Jahr die Arbeit erleichterst.

4. Mit Laubschutz vorbeugen

Ein Laubschutz ist ein Lochblechprofil, das du in deine Dachrinne legst. Dadurch bleiben Blätter und Äste auf dem Laubschutz liegen und das Wasser kann problemlos darunter ablaufen. Wenn die Blätter nach dem Regen wieder trocknen, bläst sie der Wind größtenteils einfach weg.

Mehr zur Vermeidung von Wasserschäden erfährst du in HomeFox.

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