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Richtig heizen: Geld sparen

Lesedauer: ca. 6 Minuten | Schwierigkeit: mittel

Beim richtigen Heizen geht es um zwei Themen – die richtige Einstellung deiner Heizanlage und die optimale Nutzung deiner Heizkörper. In diesem erfährst du wie du mehr aus deiner Heizenergie machen kannst und dabei sogar noch Geld sparst. Dadurch verbrauchst du weniger Brennstoff – egal ob Öl, Gas oder Pellets.

1. Heizungsanlage, reinigen, prüfen und einstellen

Du solltest deine Heizung jährlich warten lassen – am besten zu Beginn der Heizperiode, denn dann lohnt sich die Wartung am meisten. Ist deine Anlage sauber und richtig eingestellt verbraucht sie bis zu 10% weniger Brennstoff.

Beim Heizungscheck liegen die Kosten, je nach Anbieter, bei etwa 90-150 €. Mit folgenden Maßnahmen bringt ein Fachmann deine Heizung dazu sparsam zu arbeiten:

- Vorlauf- und Kesseltemperatur richtig einstellen

- Regelung und Sicherheitseinrichtungen prüfen

- Reinigung von Kessel, Brenner und Heizkörpern

- Entlüften der Heizkörper und Auffüllen mit Wasser

- Abgasmessung

- Erneuerung von Verschleißteilen

Tipp: Lass dir die Lohnkosten auf der Rechnung separat ausweisen. So kannst du als Hauseigentümer 20% der Lohnkosten (bis maximal 1.200€) von der Steuer absetzen. Auch fördern manche Energieversorger Heizungschecks – erkundige dich doch einmal bei deinem Versorger.

Dein Heizkessel ist oft standardmäßig hoch eingestellt. Dadurch senkt er an milden Wintertagen die Vorlauftemperatur kaum ab. Teste es einfach selbst: Drehe an einem sehr kalten Wintertag die Heizkörper voll auf. Miss nach einer Stunde mit einem Thermometer die Raumtemperatur. Liegt sie mehr als 2 Grad über deiner gewünschten Raumtemperatur, so ist dein Heizkessel zu hoch eingestellt – lass ihn in diesem Fall vom Fachmann niedriger einstellen um Geld zu sparen.

Nachts senkt sich die Heizwassertemperatur aufgrund der Nachtabsenkung um 4-5 Grad. Wenn bei dir auch tagsüber regelmäßig niemand zu Hause ist, kannst du in diesen Zeiten die Temperatur ebenfalls herunterfahren.

2. Heizkörper entlüften, Thermostate richtig nutzen

In drei einfachen Schritten kannst du mit deinen Heizkörpern bares Geld sparen. Sorge für gute Luftzirkulation um die Heizkörper, entlüfte sie regelmäßig und stelle deine Thermostate ein.

Gute Luftzirkulation: Heizkörper erwärmen die Luft, die von unten nach oben strömt. Die erwärmte Luft steigt im Heizkörper nach oben und zieht kühle Luft vom Boden nach. Sorge daher für freie Bahn am Boden. Zwischen Heizkörper und Möbelstücken sollte in etwa 10 cm freier Raum bleiben. So kann genug kühle Luft von unten nachströmen. Werfe auch ein Auge auf die Heizkörperabdeckungen. Sind sie frei von Gegenständen? Hängen Gardinen oder Vorhänge darüber? Gib deinen Heizkörpern Platz, damit sie deinen Raum mit voller Leistung erwärmen.

Tipp: Wenn deine Heizkörperthermostate in verdeckten Nischen hinter Möbeln oder anderweitig zugebaut sind funktionieren sie nicht richtig. In diesem Fall kannst du dir ganz einfach helfen indem du das alte Thermostat durch ein Thermostat mit Fernfühler ersetzt.

Heizkörper entlüften: Wenn es in deinen Heizkörpern gluckert, ist Luft in den Leitungen. Zu viel Luft im Heizkörper schwächt die Leistung um bis zu 50%. Deine Heizkörper entlüftest du über ein kleines Ventil an der Seite gegenüber des Thermostates. Eine genaue Anleitung erhältst du im HomeFox Artikel „Heizkörper entlüften“.

Thermostate optimal einstellen: Mit deinen Thermostaten kannst du richtig Geld sparen. Wusstest du, dass deine Wohlfühltemperatur sich je nach Tageszeit und Raum unterscheidet? Du kannst die Idealtemperatur für jeden Raum einzeln steuern. Taste dich an deine individuelle Wohlfühltemperatur heran und orientiere dich dabei an folgenden Mindestwerten:

- Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Kinderzimmer: tagsüber 19-20°C, nachts 15°C

- Schlafzimmer und Flur: mindestens 16°C

- Küche: 18°C.

Drehe deine Thermostate während des Stoßlüftens ganz herunter, sonst reagieren sie auf die rasch abfallende Temperatur. Regele deine Heizkörper bei Abwesenheit nur herunter, schalte sie aber nie ganz ab. Die Faustformel beim Energiesparen lautet: 1° weniger Raumtemperatur spart ca. 6 % Heizkosten. Zu viel des Guten bewirkt leider das Gegenteil. Kühlen die Wände in wenig genutzten Räumen zu stark aus, müssen benachbarte Räume mehr geheizt werden da sie die kühlen Wände mit wärmen müssen. Zudem steigt die Schimmelgefahr in kalten Räumen. Da warme, feuchte Luft aus den übrigen Räumen hereinströmt, kann die Feuchtigkeit an den kalten Wänden schneller kondensieren. Daher sollte die Raumtemperatur innerhalb der oben genannten Mindestwerte liegen.

Ist es dir zu aufwändig jeden Tag dreimal die Thermostate neu einzustellen? Programmierbare Thermostate helfen dir dabei die Temperatur in deinen Räumen effizienter zu regulieren. Sie sind mit einer Elektronik ausgestattet, die minutengenau bestimmt, wann die Temperatur steigt und wieder absinkt. Du kannst sie punktgenau auf Wochenenden, Arbeitswoche oder deinen Urlaub einstellen.

3. Die Wärme im Haus behalten

Zu guter Letzt helfen dir ein paar Tipps zu einfachen Verhaltensweisen, kleinen Reparaturen und Verbesserungen die Wärme länger in deinem Wohnraum zu halten.

Undichte Stellen prüfen: Energiesparen heißt die Wärme möglichst lange im Raum zu behalten. Undichte Fenster und Türen lassen Energie ungenutzt entweichen. Das kannst du leicht testen: Lässt sich ein dünner Papierstreifen bei geschlossenem Fenster durch den Fensteranschlag ziehen, wird es Zeit für einen Austausch der Dichtungen. Schnelle Abhilfe schaffst du mit einem selbstklebenden Schaumstoffband. An Haus- oder Balkontür kannst du eine Dichtungsleiste von innen montieren. Wie du deine Fenster- und Tür-Dichtungen inspizierst und pflegst kannst du im HomeFox Artikel „Fenster Inspektion“ nachlesen.

Hinter Heizkörpern dämmen: An Heizkörpernischen ist die Außenwand wesentlich dünner. Der Wärmeverlust ist manchmal so groß, dass selbst ein gut beheizter Raum nicht warm wird. Mit Dämmtapete, Maßband und Kleber kannst du schnell und einfach die Heizungsnische isolieren.

Richtig lüften: Stoßlüften ist viel effektiver als die Fenster zu kippen. Wenn du während des Lüftens die Thermostate abstellst, heizt du auch nicht nach draußen. Noch mehr Tipps zum Lüften findest du im HomeFox Artikel „Richtig lüften“.

Möbel richtig stellen: Ist es auf deinem Lieblingsplatz immer zu kalt? Wenn deine Couch zu nah an Außenwänden oder Fenstern steht, können dir Strahlungskälte, Zugluft und Fallwinde schnell deinen gemütlichen Abend verderben. Fallwind ist die Luft die an Außenwänden schneller abkühlt und dort zu Boden sinkt. Du kannst sie einem kleinen Test leicht selbst erfühlen. Nähere dich mit geschlossenen Augen einer kalten Wand: Noch bevor du die Oberflächen berührst spürst du wie es kälter wird. In diesen Bereichen sollte deine Couch nicht stehen.

Fenster nachts kältesicher machen: Tagsüber scheint die Sonne und bringt Wärme ins Haus und entlastet deine Heizung. Oft musst du daher an einem sonnigen, milden Wintertag nur wenig heizen um deine Wohlfühltemperatur zu erreichen. Nachts sind deine Fenster dann allerdings die größte Schwachstelle in deiner Wärmedämmung. Schließe daher unbedingt die Rollläden der Fenster. Hast du keine Rollläden hilft es schon, wenn du die Vorhänge zuziehst. Dadurch kühlen deine Räume nicht so schnell ab und sind morgens schneller wieder warm. Messungen haben ergeben, dass du in einem Haus ca. 8% und in einer Dreizimmerwohnung bis zu 12% deiner Heizenergie dadurch sparen kannst!

Mehr zum Thema Energiesparen erfährst du in HomeFox.

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