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Schimmel: Den Krankmacher bekämpfen

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Schwierigkeit: mittel

Viele Menschen werden nervös, wenn sie schwarze Flecken an ihren Wänden finden - sofort sind Geschichten über gesundheitliche Schäden, die durch Schimmel ausgelöst werden, präsent. Keine Panik: dieser Artikel erklärt dir, wie Schimmel entsteht, zeigt dir die drei wichtigsten Ursachen für Schimmelbildung und erklärt, was du gegen Schimmelbildung machen kannst.

1. Schimmelbildung verstehen

Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die uns überall umgeben. In der Natur sind sie verantwortlich für die Zersetzung organischer Materie. Organische Materie findet sich aber auch in Immobilien: Lebensmittel, Holz, Leder, Stoffe, Tapeten, Möbel und Kleider können als Nährboden für Schimmel dienen.

Schimmel vermehrt sich über Sporen. Diese verteilen sich durch die Luft und gelangen so in jeden Winkel deiner Wohnräume. Eine geringe Schimmelpilz - Dosis ist für dich weitestgehend ungefährlich. Dein Immunsystem ist ein Profi darin, Schimmelsporen abzuwehren. Anders sieht es aus, wenn sich Schimmel in deiner Immobilie flächendeckend ausbreitet. Dann ist es Zeit zu handeln.

Die Sporen brauchen zum Wachsen neben organischem Material als Nahrung vor allem Feuchtigkeit. Hält sich Feuchtigkeit über mehrere Tage auf einer organischen Oberfläche, so steigt das Risiko, dass sich dort Schimmelpilze ansiedeln. Umgekehrt gilt: Wo es trocken ist, hat es Schimmel schwer. Der erste Schritt zum schimmelfreien Haus ist daher die Ursachen von Feuchtigkeit im Haus ausfindig zu machen.

2. Hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden

Einen guten Teil der Feuchtigkeit erzeugst du als Mensch selbst. Du atmest täglich Wasserdampf aus und verlierst Feuchtigkeit über deine Haut. Du duschst, wäschst, kochst und gießt deine Blumen. Überall im Haus verdunstet Wasser. So entstehen am Tag mehrere Liter Wasser, die in der Luft als Dampf gebunden sind.

Die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit schlägt sich dann an kühlen Oberflächen nieder. Dieses Wasser nennt man Kondensfeuchte. Wasser kondensiert, wenn die Oberflächentemperatur unter 12,6 Grad Celsius liegt. Mit einer Raumtemperatur von mindestens 17 Grad und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 50 - 60 % kannst du Kondenswasserbildung vermeiden.

Die Luftfeuchtigkeit regulierst du durch richtiges Lüften, das heißt du tauschst feuchte, warme Luft gegen trockene, kühle Luft aus. Durch richtiges Lüften kannst du z.B. in einer 80m² Wohnung bis zu 2,5 Liter Wasser aus den Räumen entfernen. Deine Küche, dein Bad sowie Räume, in denen du Wäsche trocknest, solltest du sogar 3-mal täglich lüften. Pass dabei aber auf, dass die Raumtemperatur nicht unter 12,6 Grad Celsius fällt – gerade im Winter.

Um ein Gefühl für die richtige Lüftdauer zu bekommen, kannst du gelegentlich beim Lüften die Temperatur mit einem Innenraumthermometer messen. Unter Umständen lohnt sich sogar die Anschaffung eines Hygrometers . Mit diesem hast du sowohl Temperatur als auch Feuchtigkeit immer im Blick und weißt wann es Zeit ist das Fenster zu öffnen.

Besonders achtgeben solltest du bei den sogenannten Wärmebrücken. Bei diesen liegt die Temperatur der Wandoberfläche meist unter als 12,6 Grad. Daher kondensiert dort das Wasser aus der Umgebungsluft und bietet Schimmelpilzen gute Voraussetzungen. Solche Stellen findest du mit Hilfe eines Infrarotthermometers.

3. Schäden an der Gebäudehülle entdecken

Wie ein Regenmantel schützt die Gebäudehülle deine Immobilie vor Wind und Wetter. Durch ein verrutschtes Regenrohr, einen verschobenen Dachziegel oder kleine Risse im Außenputz kann Wasser durch die Gebäudehülle eindringen und die Dämmeigenschaften der Wand drastisch verschlechtern. Die Oberflächentemperatur der Wand im Innenraum sinkt dann auch bei mäßiger Außenkälte schnell unter dem Kondenspunkt von 12,6 Grad und die warme Raumluft bildet an der Stelle Kondenswasser - ideal für Schimmelbildung.

Besteht der Schaden an der Gebäudehülle über einen längeren Zeitraum, kann Wasser sogar bis zum Innenraum durchdringen. Der Schimmel bildet sich dann nicht nur oberflächlich, sondern zieht tief in Wand oder die Dämmung des Dachs hinein. In diesem Fall muss aufwändig saniert werden.

4. Wasserschaden richtig behandeln

Auch ein Wasserschaden kann die Ursache für Schimmel sein. Um Schimmelbildung nach Wasserschäden vorzubeugen, ist es wichtig die betroffenen Bauteile des Hauses gut zu trocknen. Lüften alleine ist hierbei meist nicht ausreichend. Es empfiehlt sich einen Heizlüfter und einen Raumluftentfeuchter zur Hilfe zu nehmen.

Darüber hinaus solltest du dich bei Wasserschäden von Spezialisten beraten lassen. Diese haben das notwendige Werkzeug und Know How um Folgeschäden zu erkennen beziehungsweise vermeiden zu können.

5. Baufeuchte bekämpfen

Wenn du in einen Neubau eingezogen bist oder größere Renovierungsarbeiten hinter dir hast, ist Baufeuchte häufig der Grund für Schimmelbildung. Beim Bauen wird viel Wasser eingesetzt. Im Estrich, in den Betonwänden und im Putz werden in einem Massivbau bis zu 10.000 Liter Wasser verwendet. Es kann bis zu zwei Jahre dauern bis das Wasser aus den einzelnen Bauteilen verdunstet ist. Erst dann erreichen die Bauteile ihre volle Wärmedämmfähigkeit.

Um Schimmel zu vermeiden, musst du das Haus deshalb „trockenwohnen“. Das bedeutet, dass du durch ein spezielles Lüftungs- und Heizverhalten so viel Wasser wie möglich aus den Bauteilen verdunsten lässt. Konkret solltest du in der ersten Zeit viel heizen und so oft wie möglich lüften: Im Idealfall mehrmals pro Stunde eine Stoßlüftung. Das erhöht zwar in der Anfangszeit die Energiekosten, schützt aber dein Zuhause vor Schimmelpilzbefall.

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