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Gewährleistung und Garantien beachten

Lesedauer: ca. 5 Minuten | Schwierigkeit: mittel

Wenn Handwerksarbeiten nur mangelhaft ausgeführt werden ist das sehr ärgerlich. Die Reparatur von Pfusch kann außerdem sehr teuer werden. Um nicht auf möglichen Folgeschäden sitzen zu bleiben, solltest du Bescheid wissen welchen Schutz dir die Gewährleistung bietet. Für die Gewährleistungsfristen der wichtigsten Gewerke solltest du dir in HomeFox Erinnerungen setzen.

1. Grundlagen der Gewährleistung:

Grundsätzlich besteht bei jedem Kauf- und Dienstvertrag eine Gewährleistung. Üblicherweise gilt die Gewährleistung 2 Jahre. Wenn innerhalb der Gewährleistung ein Sachmangel (z.B. der gekaufte Gegenstand geht kaputt) oder ein Rechtsmangel (z.B. der Gegenstand gehörte gar nicht dem Verkäufer) auftritt, kannst du als Käufer Nacherfüllung verlangen. Dazu musst du dem Vertragspartner eine Mangelrüge zukommen lassen. Hierfür reichte eine schriftliche Aufforderung den Mangel zu beseitigen.

Der Handwerker wird dann üblicherweise sein Recht auf Nacherfüllung wahrnehmen. Das heißt, er versucht das zu leisten, was er versprochen hat - entweder durch nachträgliche Reparaturen oder durch ein gänzlich neues Werk. Dafür darf er dann natürlich kein Geld mehr verlangen.

Erst wenn der Vertragspartner die Nacherfüllung nicht leistet, darfst du vom Vertrag zurücktreten, das bedeutet dein Geld zurückverlangen oder jemand anderen mit der Erfüllung beauftragen. Die dafür anfallenden Kosten kannst du dann in der Regel dem ehemaligen Vertragspartner in Rechnung stellen.

Tipp: nach der erfolgreichen Nacherfüllung gilt die gesamte Gewährleistung erneut.

Sollte der Vertragspartner, also der Dienstleister oder Verkäufer, für den Mangel nicht verantwortlich sein, kannst du natürlich auch nichts von ihm verlangen. Beweisen muss das in den ersten 6 Monaten der Gewährleistung der Handwerker. Danach bist du in der Beweispflicht!

2. Handwerksleistungen als Nicht- Baumaßnahmen

Für eine Handwerksleitung, die kein Bauwerk ist, gelten die üblichen gesetzlichen Regelungen, d.h. die Gewährleistungsfrist beginnt mit der Abnahme der Leistung. Ein Bauwerk ist jede Arbeit, die fest und dauerhaft mit dem Gebäude verbunden ist und keinen vernachlässigbaren Kostenaufwand darstellt: Also Heizungen, Mauerwerk und Ähnliches. Bauwerke werden später genauer beschrieben.

Du solltest auf jeden Fall vor der Abnahme die Handwerksleistung genau prüfen, Mängel sofort nennen und gemeinsam mit dem Handwerker aufschreiben! Solange du den Handwerker noch nicht vollständig bezahlt hast, ist deine Verhandlungsposition hierbei deutlich besser.

Wurde nichts anders vereinbart gilt die Gewährleistungsfrist nach der Abnahme zwei Jahre. Andere Vertragsvereinbarungen sind aber möglich und auch üblich. Überlege dir also genau, ob du mit den vereinbarten Gewährleistungsfristen zufrieden bist.

Fällt dir nach der Abnahme ein Mangel auf, solltest du den Handwerker schriftlich darüber in Kenntnis setzen und ihm eine Frist für die Beseitigung stellen. Diese sollte realistisch gesetzt werden. Für normale Handwerksleistungen wären ca. drei Wochen vernünftig. Erhältst du vom Handwerker keine Rückmeldung, solltest du eine zweite Frist setzen. Danach kannst du einen anderen Handwerker beauftragen und den ersten Handwerker auffordern, die Rechnung für die Mängelbeseitigung zu begleichen.

3. Handwerksleistungen als Baumaßnahmen

Baumaßnahmen sind alle Handwerksleistungen, welche dauerhaft mit dem Gebäude oder dem Boden verbunden sind. Also Bodenlegen, Arbeiten an der Fassade und ähnliches. Bei Baumaßnahmen gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie bei üblichen Handwerksleistungen. Allerdings besteht die Gewährleistung für eine Frist von fünf Jahren.

Bei Baumaßnahmen geht es in der Regel um sehr viel Geld. Deshalb empfiehlt es sich bei einem Problem einen Gutachter zu kontaktieren. Dieser kann rechtskräftig begründen, ob ein Mangel entstanden ist und wer sich dafür verantwortlich zeichnet. Denke daran: die Beweispflicht liegt sehr wahrscheinlich bei dir.

Sollte dir übrigens wegen des Mangels ein Schaden entstanden sein, z.B. weil dir ein Ziegel auf den Kopf gefallen ist, kannst du unter Umständen Schadensersatz fordern.

4. Haus- /Wohnungskauf

Wie bei Handwerksleistungen hast du auch beim Haus- und Wohnungskauf bei Mängeln Recht auf Nacherfüllung oder Gelderstattungen. Allerdings wird bei Immobilienkäufen ein Mangel anders definiert.

Als Mangel gilt grundsätzlich etwas das am gekauften Objekt nicht so ist, wie üblicherweise davon auszugehen ist. So sind z.B. rostige Rohre in einem Gebäude vor 1900 kein Mangel.

Ein Verkäufer muss über die meisten Mängel nicht aufklären. Eine Ausnahme sind extreme Mängel wie Hausschwamm oder Bodenbelastungen. Ein Mangel ist nicht begründet, wenn der Verkäufer einen potentiellen Mangel verschwiegen hat oder nicht davon wusste.

Allerdings darf der Verkäufer dich nicht anlügen: Wenn du eine Frage stellst und er eine Antwort gibt, ist diese bindend! Er muss dich auch informieren, wenn er etwas nicht genau weiß. Er darf darüber hinaus auch keine groben Schätzungen als Antworten tarnen. Deshalb solltest du beim Hauskauf lieber alles genau hinterfragen - nur so hast du eine wirkliche Garantie.

Die Gewährleistungsfrist bei Bauwerken beträgt laut VOB fünf Jahre. Die Gewährleistung kann beim Kauf von Gebäuden jedoch auch ausgeschlossen, verkürzt oder verlängert werden. Wovon der Verkäufer allerdings nicht ausgeschlossen werden kann, sind verheimlichte Mängel oder klare Vereinbarungen im Kaufvertrag. Bei Neubauten muss dich der Verkäufer übrigens genau darüber aufklären welche Auswirkungen eine Aufhebung der Gewährleistung hat. Andernfalls ist diese unwirksam.

Mehr zu Gewährleistungen und Garantien erfährst du in HomeFox.

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